2014
April, Mai, Juni

Deutschland
München
Ausgehend vom Mutterland Haiti hat die kreolische Kultur im karibischen Raum eine grosse Präsenz und Bedeutung, sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Literatur und in der Musik.
Kreolische Sprache wird gesprochen und kreolische Kultur gelebt in: Martinique, Guadeloupe, Santa Lucia, Kuba im Osten, Domenica, den Seychellen, Mauritius, La Reunión und Haiti.
11 Millionen Menschen sprechen Kreyòl.
Aber noch immer wird diese Kultur als eine Kultur der Weniger-Privilegierten gesehen und findet deshalb weniger Beachtung und Respekt. Die internationalen Presse-Informationen geben ein falsches Bild über diese hochentwickelte Kultur. Hinzu kommt noch, dass diese Menschen von schwarzer Hautfarbe sind und oft nur “einfachen” Berufen nachgehen.
In Kuba, z.B., wird die kreolische Kultur noch nicht entsprechend wahrgenommen. Dort gab es im vorigem Jahrhundert im Osten eine grosse Einwanderungswelle aus Haiti. Die Nachkommen dieser Einwanderer – über 60.000 Menschen – sprechen neben Spanisch noch immer Kreol. Es wäre wünschenswert, wenn es hier mehr kulturelle Einrichtungen gäbe, die die kreolische Kultur und Sprache pflegen und mehr verbreiten würden.

Das Kreolische, die Kultur Haitis, ist in Europa – im Vergleich zu anderen Kulturen dieses Kontinents – in unserem europäischen Sprachraum deutlich weniger präsent.
Präsent ist ein Bild von Haiti, das geprägt ist von den Hiobsbotschaften der internationalen Presse, das am Tropf der Dritten Welt hängt, dessen Infrastrukturen sowohl durch Naturkatastrophen, aber auch durch die verantwortungslose Politik internationaler Hilfsorganisationen zerstört worden sind.
Es ist also sinnvoll und wichtig, dieses Bild von einem Land und seiner vielfältigen Kultur zu korrigieren und so Interesse zu wecken, was eine differenziertere Wahrnehmung ermöglicht.

Siegfried Kaden . Kurator / Künstler

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AUSSTELLUNG

HAITI ... Viva la Revolución >
Austellungsdokumentation
BERTHA LEMUS (Kuba)

Vernissage
Fr 02. Mai 2014 • 17 Uhr
03. bis 30.05. täglich 09 - 23 Uhr
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80 RGB, München
In Zusammenarbeit mit Schauraum K3
AUSSTELLUNG

HAITI ... Viva la Revolución >
Wandinstallation und Aquarelle
BERTHA LEMUS (Kuba)

Vernissage
Sa 26. April 2014 • 15 Uhr
Fr, Sa, So 15 -19 Uhr
Schauraum K3
Galerie für Gegenwartskunst
Kottigstelzham 3, Simbach am Inn
In Zusammenarbeit mit EineWeltHaus
BILD und TON

Voodoo & Exotica >
Original & Fälschung / Traum & Aneignung
KALLE LAAR (München)

Do 17. April 2014 • 19 Uhr
Gasteig
Vortragssaal der Bibliothek
Rosenheimerstr. 5, München
FOTOAUSSTELLUNG

Kreolische Lebenswelten >
KARL HAIMEL
(Österreich)

Vernissage
Mo 14. April 2014 • 19 Uhr

15.04 bis 11.05 • 8 - 23 Uhr
Gasteig, Glashalle, 1. OG
Rosenheimerstr. 5, München
VORTRAG

Ein Vagabundenleben für die Literatur
LOUIS PHILIPPE DALEMBERT (Haiti und Paris)

Mi 11. Juni 2014 • 19 Uhr
Institut Français
Kaulbachstr. 13, München
PODIUMS-GESPRÄCH

Heimat, was ist das?
mit Ines Cardoso-Schmidtlein (München und Kapverden) Siegfried Kaden (Kuba und München) Eva Becher (München)

Do 22. Mai 2014 • 19 Uhr
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80 RGB, München
FILM und GESPRÄCH

Die Seychellen >
ALFRED GULDEN (Saarlouis)

Port-au-Prince (Haiti): Vor und nach dem Erdbeben
HILARIO BATISTA FÉLIX (Kuba)

Di 20. Mai 2014 • 19 Uhr
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80 RGB, München
VORTRAG

Kreyòl - Kultur des Widerstands
HILARIO BATISTA FÉLIX
(Kuba)

Do 15. Mai 2014 • 19 Uhr
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80 RGB, München

Alle Veranstaltungen
Eintritt frei

Kalender herunterladen >
VORTRAG

Exil. Als Nomade unterwegs zwischen Poesie & Prosa >
ANTHONY PHELPS
(Haiti, Paris und Montreal)

Mi 18. Juni 2014 • 19 Uhr
Institut Français
Kaulbachstr. 13, München
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HILARIO BATISTA FÉLIX
KUBA / HAITI
HILARIO BATISTA FÉLIX
Pädagoge, Journalist
VORTRAG
Kreyól - Kultur des Widerstands

FILM
Port-au-Prince (Haiti): Vor und nach dem Erdbeben

DRA. DIGNA CASTAÑEDA FUERTES
KUBA
DRA. DIGNA CASTAÑEDA FUERTES
Historikerin
VORTRÄGE . Vorgeschlagene Themen

Die vielfältige Präsenz der versklavten Frau im Kampf gegen die koloniale Vorherrschaft in der karibischen Gesellschaft.

Haiti: Die Sklaverei und ihre Reglementierung im städtischen Leben.

Die Revolution in Haiti: Die totale Freiheit vom restriktiven Kolonialismus.

LOUIS-PHILIPPE DALEMBERT
HAITI / PARIS
LOUIS-PHILIPPE DALEMBERT
Schriftsteller
VORTRAG und LESUNG

Ein Vagabundenleben für die Literatur

Alfred Gulden
DEUTSCHLAND
ALFRED GULDEN
Schriftsteller, Filmer und Musiker
FILM

"Seychellen"
Details >

Karl Haimel
ÖSTERREICH
KARL HAIMEL
Fotograf
FOTOAUSSTELLUNG

Kreolische Lebenswelten
Details >

Kalle Laar
DEUTSCHLAND
KALLE LAAR
Klangkünstler, Hörspielautor, DJ
BILD und TON

"Voodoo & Exotica"
Original und Fälschung, Dokument und Exotismus, Traum und Aneignung.
Details >

Bertha Lemus
KUBA / HAITI
BERTHA LEMUS
Malerin
AUSTELLUNG

HAITI "VIVA LA REVOLUCIÓN"... und andere Revolutionen.
Mit Hilario Batista Félix.
Details >

Anthony Phelps
HAITI / PARIS / MONTREAL
AntHONY PHELPS
Schriftsteller
VORTRAG und LESUNG

Exil. Als Nomade unterwegs zwischen Poesie und Prosa. Details >

Eine historische Verbindung
Saint-Dominique (Haiti) - Hanau (Deutschland) - Angerona (Kuba)
“Wenn Respekt und Menschenwürde keine Unterschiede machen”

Was die (Liebes-) Geschichte von Ursula Lambert und Cornelius Souchay besonders bemerkenswert macht, ist ihre Einzigartigkeit in dem historischen Umfeld seiner Zeit. Die Geschichtsschreibung ist voll mit Berichten über die Diskriminierung der Sklaven, die wie Arbeitstiere gehalten wurden, die keinerlei Rechte hatten, weder auf Schulbildung, noch auf menschenwürdige Behandlung . Verbindungen (Ehen, Liebesbeziehungen) zwischen Weissen und Schwarzen waren ungesetzlich und bei Strafe verboten. Vom Status her waren Sklaven Arbeitstiere (mit Pferden vergleichbar) und wurden wie Ware gehandelt. Schwarze und Weisse durften nicht unter einem gemeinsamen Dach leben. Im Falle von Ursula Lambert und Cornelius Souchay nun das Undenkbare in dieser Zeit. Für Cornelius war Ursula die Vertrauensperson, es gab keine Geheimnisse zwischen ihnen, gemeinsam schufen sie eine soziale, humane Gemeinschaft mit den Sklaven (……was auch zur Folge hatte, dass bei den Sklavenaufständen keiner ihrer Sklaven seinen Arbeitsplatz verliess !!!!!). Die Sklaven von Souchay erhielten eine Schulausbildung, sie lernten Lesen und Schreiben, hatten einen freien Tag in der Woche, bekamen zwei Mal pro Jahr eine neue Arbeitskleidung, hatten ein “Krankenhaus” und eine Apotheke, Hatten eigene, individuelle Unterkuenfte. Die Strenge der Gesetze traf auch die intime Beziehung von Ursula und Cornelius. Sie heirateten nie, lebten nicht unter einem Dach und hatten auch keine Kinder.

Die Geschichte: Es war einmal… weiter lesen (español) >>

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HILARIO BATISTA FÉLIX
KUBA / HAITI
HILARIO BATISTA FÉLIX
Pädagoge, Journalist
Hilario Batista Félix geboren am 14. März 1955 in der Provinz Camaguey, Kuba. Beide Elternteile stammen aus Haiti. Hilario Batista Félix arbeitet bei Radio Havanna in der Abteilung für kreolische Kultur und ist Präsident der Gruppe „Bannzil Kreyól Kiba“, die die kreolische Sprache, Kultur und Tradition in Cuba pflegt. Regelmässige Teilnahme an Konferenzen in Haiti, Martinique, Guadaloupe und Canada. Zahlreiche Veröffentlichungen über die kreolische Kultur in internationalen und nationalen Zeitungen und Zeitschriften.

DR. DIGNA CASTAÑEDA FUERTES
KUBA
DR. DIGNA CASTAÑEDA FUERTES
Historikerin

Vorsitzende der Forschungsgruppe für Studien über die Karibik. Zahlreiche Vortragsreisen in der Karibik. Mitglied des Künstler- und Schrifstellerverbandes. Vorlesungen über die Rolle der Frau in Haiti, in Kuba und in der gesamten Karibik in Zeiten der Sklaverei. Lehrtätigkeiten an verschiedenen, auch internationalen Universitäten: Autonome Universität von Santo Domingo, San Francisco University, USA, Hampshire College. USA, etc. Sie arbeitete mit an einer umfassenden Dokumentation über die Revolution in Haiti 1791 – 1804. Sehr viele Publikationen in nationalen und internationalen Zeitschriften. Verschiedene Seminare und Vorträge zur Abschaffung der Sklaverei in Haiti, die Rolle der Frau in der Gesellschaft von Haiti, vor der Revolution und nach der Revolution. Digna Castañeda Fuertes spricht Französisch, Russisch, Englisch, Spanisch und Kreyòl.

LOUIS-PHILIPPE DALEMBERT
HAITI / PARIS
LOUIS-PHILIPPE DALEMBERT
Schriftsteller
Louis-Philippe Dalembert, geb. Am 8. Dezember 1962 in Port-au-Prince, Haiti. Er ist ein französischsprachiger Schriftsteller, schreibt Romane, Kurzgeschichten und Lyrik. Dalembert verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit in Bel-Air, einem Armenviertel der Hauptstadt Haitis. Das war die Regierungszeit von dem Diktator “Papa Doc”. Dalembert interessiert sich in dieser Zeit für Western, sieht die ersten Kung-Fu-Filme und den Film “Der letzte Tango in Paris”. Nach seiner journalistischen und literarischen Ausbildung arbeitet Dalembert in seiner Heimat als Journalist. 1986 geht er nach Frankreich. Doktorat an der Universitaet Sarbonne in Vergleichender Literaturwissenschaft über den kubanischen Schriftsteller Alejo Carpentier. Sein literarisches Werk ist geprägt vom "Vagabundieren". Es lebt von der Spannung zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Sein. Dalembert lebt heute abwechselnd in Paris und Port-au-Prince.

Alfred Gulden
DEUTSCHLAND
ALFRED GULDEN
Schriftsteller
Alfred Gulden, geboren im Saarland, in Saarlouis, einer Stadt an der deutsch-französischen Grenze. Für ihn sind Grenzen in jedweder Hinsicht Thema seiner filmischen wie schriftstellerischen Arbeit. Beispiele (unter anderem): „Grenzlandschaft“, 5 Filme für das Fernsehen, oder die Romane „Greyhound“, „Die Leidinger Hochzeit“ und „Ohnehaus“, sowie der Essayband mit dem programmatischen Titel „Nur auf der Grenze bin ich zuhaus“. „Zuhaus sein“ und „Fremde“, Identität und Distanz ist ein anderer Themenkreis, der ihn auch in seinem Film über die „Seychellen“ beschäftigt hat.
Alfred Gulden lebt und arbeitet in München und im Saarland. Für seine Filme erhielt er unter anderem den deutsch-französischen Journalistenpreis. Für seine Bücher unter anderem den bayerischen staatlichen Förderpreis für Literatur, den Stefan Andres Preis und den Kranichstein-Preis des dt. Literaturfonds (New York Stipendium).
Er ist Mitglied des P.E.N, Kunstpreisträger des Saarlandes und Chevalier dans L´ordre des arts et des lettres.

Karl Haimel
ÖSTERREICH
KARL HAIMEL
Fotograf
Geboren in Wien 1944. Haimel hat seine Arbeit auf die Länder von Südamerika und Kuba konzertriert. 1979 hat er einige Monate mit den Ureinwohnern vom oberen Orinoco-Fluß verbracht und diese Aufenhalte fotografisch dokumentiert. Es gibt über die Jahre mehrere Projekte in Havanna, mit entsprechenden Dokumentationen. Ebenso war er an verschiedenen Orten wie Bogota und Cartagena, Cheb, Krakow, Düsseldorf, Havanna, Helsinki, Kiev, Lima, Moscow, Prag und Querétaro mit Austellungen vertreten. Karl Haimel lebt und arbeitet als Fotograf in Wien.

Kalle Laar
DEUTSCHLAND
KALLE LAAR
Klangkünstler, Hörspielautor, Dj.

Ausstellungen und Performances u.a. Biennalen von Venedig und Havanna, Transmediale Berlin, Ars Electronica Linz. Projektentwicklungen für overtures.de (Calling the Glacier) und pilotraum01.org (Eritrea Projekt).
Aufbau einer Sammlung zu Vinyl und Zeitgeschichte. Vorträge und Lectures u.a. zu Klang und Kunst, und zur Vinylgeschichte. Lehraufträge zu Wahrnehmung und Klang, zuletzt an der Nanjang University Singapur. Lebt in Krailling bei München und Wien.

Bertha Lemus
KUBA / HAITI
BERTHA LEMUS
Malerin

Sie lässt sich in der karibischen Welt von volkstümlichen, mythologischen und religiösen Geschichten inspirieren. Ihre Heldinnen sind elegante, fein gekleidete Frauen, die in ihrer Körperlichkeit diese Welt wiederspiegeln und sie verzaubern.
Ihre Arbeit ist eine Hommage an die Frau in unserer Zeit, mit ihrer Schönheit und ihrer intakten Energie.
Bertha Dora Lemus erhielt bisher folgende Auszeichnungen: Den” Raul Gomez Garcia” – Preis, den Yeti – Preis des Salon Playa der Galerie Servando Cabrera im Jahre 2007 und eine Auszeichnung im Wettbewerb “La Flor de la Mariposa” im Jahre 2011.

Anthony Phelps
HAITI / PARIS / MONTREAL
ANTHONY PHELPS
Schriftsteller

Anthony Phelps, Lyriker, Romanautor und Vortragskünstler, wird 1928 in Port-au-Prince geboren. Er studiert Chemie in den USA und Plastik in Montreal. 1954 kehrt er nach Haiti zurück, wo er zusammen mit Roland Morisseau, René Philoctète und Auguste Thénor die Gruppe Haïti Littérature und die Zeitschrift Semences gründet.
Die Duvalier-Diktatur zwingt ihn 1964 nach einem Gefängnisaufenthalt ins kanadische Exil. Anthony Phelps wirkt in Montreal als Autor, bildender Künstler und Journalist. Er wird mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. erhält er zweimal den Lyrikpreis der Casa de las Americas in Kuba. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit als Nachrichtenredakteur bei Radio Canada nimmt er 1985 seinen Abschied, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein literarisches Werk, das u. a. Lyrikbände, Schallplattenaufnahmen eigener und fremder Gedichte, Erzählungen und Romane erfasst, wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien bislang der Roman Moins l’infini (Denn wiederkehren wird Unendlichkeit, Berlin-Weimar, Aufbau-Verlag, 1976). Eine Übersetzung des Romans La contrainte de l’inachevé ist geplant.

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Siegfried Kaden

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Fotos: L.P. Dalembert @ Daniel Mordzinski  /  Anthony Phelps @ Setka Films 

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